Presse und Veröffentlichungen

Autor: B. Braun/Christine Kuhn

Wenn Sportpferde in die Jahre kommen

Christine Kuhn – Begründerin der EquiSenseFlow®‑Methode

Sportpferde starten früh in die Leistungskarriere – doch was brauchen sie, wenn sie älter werden? Slide In sprach darüber mit Christine Kuhn, Trainerin und Begründerin der EquiSenseFlow®‑Methode, die seit über zwanzig Jahren für ein ganzheitliches, individuelles Training von Pferd und Reiter steht.

Der Weg zur Balance

Christine Kuhn beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Gesunderhaltung von Pferden unter dem Reiter. Ihr Ansatz verbindet klassische Reitlehre mit biomechanischem Wissen, Atem- und Energiearbeit, Tiekommunikation sowie Erkenntnissen aus der Faszienforschung. Im Mittelpunkt steht dabei stets das Wohl des Pferdes, sowohl körperlich als auch mental. Ihr Ziel: Das Pferd in körperliche und seelische Balance zu führen und den Reiter bewusst einzubeziehen für Gesundheit, Harmonie und ein langfristig tragfähiges Miteinander.

„Gesunderhaltung bedeutet mehr als nur Training“, sagt sie. „Es geht darum, Pferd und Reitern Wege aufzuzeigen und sie dabei zu unterstützen, in jeder Lebensphase körperlich und geistig fit, glücklich und zufrieden zu sein.“

Wenn das Pferd älter wird

Ab wann ist ein Pferd eigentlich alt? Diese Frage hat keine feste Antwort. Oft beginnt das Älterwerden eines Pferdes nicht plötzlich, sondern zeigt sich schleichend in feinen Signalen des Körpers , wie verminderter Leistungsbereitschaft oder Veränderung in der Bewegung. “Alt zu werden bedeutet nicht automatisch Abbau“, betont Christine Kuhn. „der Körper verändert sich und damit auch die Anforderungen an Training und Bewegung.“

Damit ältere Pferde fit bleiben, braucht es regelmäßige, abwechslungsreiche und fein abgestimmte Bewegung, sowie gezieltes Lösen von faszialen Verklebungen und emotionalen Blockaden. Denn Muskulatur, Faszien und Nervensystem reagieren mit den Jahren anders auf Belastung.

Bewegung ist ein wesentlicher Teil ihres körperlichen und psychischen Gleichgewichts und damit der Schlüssel zur Gesunderhaltung: „Use it or lose it“ 

Muskeln: 

Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers ab, neue Muskelproteine aufzubauen. Muskeln werden daher langsamer aufgebaut und gleichzeitig schneller wieder abgebaut, wenn sie nicht regelmäßig genutzt werden. Ältere Pferde benötigen daher häufiger und vielseitiger gesetzte Trainingsreize.

Faszien: Die Kollagenfasern werden im Alter dichter, weniger elastisch und gleichzeitig sinkt der Wassergehalt im Gewebe. Dadurch nimmt die Gleitfähigkeit zwischen den Gewebeschichten und die Dehnfähigkeit ab. Regelmäßige, sanfte Bewegung hält sie geschmeidig und beugt Versteifungen vor.

Nervensystem: Muskeln werden nur aufgebaut und erhalten, wenn sie vom Nervensystem aktiv und koordiniert genutzt werden. Gut abgestimmte und individuell angepasste Bewegung fördert die neuromuskuläre Aktivität durch Verbesserung der Reaktionsgeschwindigkeit, der Körperwahrnehmung sowie der  Bewegungskoordination . 

Zusätzlich beeinflussen Haltung, Ernä in hrung und frühere Verletzungen die Beweglichkeit.

„Je besser wir die Veränderungen des Pferdekörpers im Ganzen  und dessen Zusammenhänge verstehen“ erklärt Christine Kuhn, „desto gezielter können wir das Training so gestalten, dass ältere Pferde Freude an der Bewegung behalten.“

Die Rolle der Faszien

Das Fasziennetz durchzieht den gesamten Körper. Wird es unbeweglich oder verklebt, kann sich das Pferd kaum noch geschmeidig bewegen. Verklebungen fühlen sich kompakter, härter und weniger beweglich an. 

Durch sanfte manuelle Impulse, Atemarbeit und bewusste Bewegung lassen sich diese körperlichen Verklebungen lösen: 

Das Gewebe wird wieder elastisch, weich und gleitfähig. Emotionale Blockaden lassen sich zusätzlich durch die Tierkommunikation verbessern. Leichtigkeit entsteht. 

Die EquiSenseFlow®‑Methode

Aus diesen Erkenntnissen hat Christine Kuhn zusammen mit einer Horse‑Tensegrity‑Trainerin die EquiSenseFlow®‑Methode entwickelt. Sie verbindet Atemarbeit, fasziale Körperarbeit, Tierkommunikation und Bewegungsschulung zu einem harmonischen, selbstregulierenden System.

Ziel ist es, körperliche und emotionale Spannungen zu lösen, die Körperwahrnehmung zu fördern und so langfristig ein gesundes, elastisches Bewegungsmuster zu erhalten – für mehr Lebensfreude, Leichtigkeit und Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter.

Blick in die Praxis

Mit diesem Beitrag wollen wir den Blick öffnen für die inneren Zusammenhänge des Pferdekörpers und die Bedeutung bewusster Bewegung im Alter. In den nächsten Ausgaben zeigt Christine Kuhn, wie man dieses Wissen in der Praxis umsetzt – ob an der Hand, an der Longe oder unter dem Sattel.

Denn: Ein Pferd kann nur so lange vital bleiben, wie es sich gut und sinnvoll bewegt – in Balance, mit Freude und im Dialog mit seinem Reiter.

Ein Beispiel: Wenn man die Hand sanft auf den Bauch des Pferdes legt, der Bewegung der Atmung fein folgt  und ruhig mit atmet entsteht eine gleichmäßige, tiefere Atmung und Pferd und Mensch finden gemeinsam zu Entspannung und Gleichgewicht. Zeichen dafür sind z.B. Abschnauben, Gähnen und/oder eine tiefere Atmung.

Slide In: Vielen Dank liebe Christine Kuhn, für den kurzen Einblick in deine überaus spannende Arbeit. Liebe Leser, probiert doch einfach schon einmal das angeführte Beispiel aus und freut euch auf den nächsten Teil des Artikels, wenn es darum geht, dieses Wissen in die Praxis zu transferieren. 

Info Box:

Christine Kuhn

Www.Equnom.de

T: +491637436060

E: christine.kuhn@equnom.de

Instagram: equnom_official